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Dienstag, 16.04.2019

's Weana Gnabbei



Die Sage vom Wiener Knappen

Am 6. November 1632 gegen 3 Uhr abends hörte man an der Wiener Bachbrücke beim Schuhegger-Brechelbad ein wildes knappern und es stellte sich ein wildes Tier zum Kampfe, welches die Einwohner von Teichting, Schuhegg, Ebing und Parschall in Schrecken setzte. Der damalige Schrottbauer Basil Sammer aus Teichting, listig und mutig, wie er war, rollte dem Ungetüm ein feuriges Rad entgegen, wodurch das Ungeheuer in die Flucht geschlagen wurde und bis zur Stunde, Gott sei Dank, sich nicht wieder gezeigt hat. Die ganze Bevölkerung ist dem mutigen Teichtinger heute noch recht dankbar. So wurde das Tier "Wiener Knappe" genannt.

Dieser Text stammt aus der "Chronik der Gemeinde Petting", die wahrscheinlich in den 60er Jahren (evtl. 1966) aufgeschrieben wurde (als Stoffsammlung). Ein Verfasser ist dort nicht genannt.

Dem Schreiber wurde er wohl vom alten Basili, dem "Schroudei" erzählt, einem echten "Schnoata-Original", ein Viehhändler und Schmuser neben seiner Arbeit als Bauer und einer, der gerne Geschichten erzählt.

Daß es wirklich die Sage vom Weana Gnabbei (im Text als "Wiener Knappen" genannt, aber umgangssprachlich besser als "Weana Gnabbei" bezeichnet, da "Gnabbei" eigentlich vom "knappern" hergeleitet wurde) gab, haben uns die Schneider-Buam (Konrad & Stift) aus Altofing erzählt. Wenn sie als Kinder von Altofing nach Teichting gegangen sind (der Weg ging über den "Wiener Graben"), bekamen sie noch die Ermahnung mit: "Daß fei beim Gebetleitn dahoam seids, sonst hoid eich 's Weana Gnabbei !". Und da es oft doch später wurde, hatten sie große Angst beim heimlaufen. Auch der alte Weber Bepp hat uns erzählt, daß er selbst als 20er Angst hatte, wenn er im Dunkeln heimging vom Hoagoachtn (Heimgarten) und über den Steg des Wiener Grabens mußte, da er von klein auf die Geschichte vom Weana Gnabbei gehört hat.

Fam. Abfalter, 24. März 2011




letzte Änderung dieser Seite am 27.03.2011